Papierwahl

Gestern war Landtagswahl in NRW und um eins Vorwegzunehmen: Ich war wählen. Die 10€ Strafe habe ich „gerne“ bezahlt. Aber warum wählen wir noch mit Papier und Stift und warum nicht mit einem Computer!?

Mein erster Reflex, im Moment, sobald ich Papier sehe ist: ich überlege wie könnte man das ganze auch ohne Papier machen. Die Lösung, einen PC zu benutzen, liegt ja nahe -könnte man denken. Auch der Techniker in mir denkt sich: Wahlen sind natürlich ein heikles Thema, aber wenn man sich da mal nur ordentlich genug dran setzt, dann wird man schon eine sichere und gute Lösung finde.

Nach einer etwas weitergehenden kurzen Recherche zu dem Thema sieht die Welt dann ganz anderes aus:

Das Problem bei einer Wahl mit dem Computer ist, sobald die Stimme abgegeben wurde, gibt es keinerlei Möglichkeit herauszufinden ob die Stimme gezählt wurde. Auch andersrum ist es nicht möglich der Datenbank anzusehen ob alle Stimmen die gezählt wurden wirklich auch echte Wähler waren.Ein heikles Thema und heißes Eisen, denn wenn jmd. eine Möglicheit gefunden hat zu Manipulieren, dann aber auch richtig.

Wir waren in Deutschland sogar schon mal soweit, dass wir mit dem PC wählen konnten, aber aufgrund der o.g. Gründe wurden die Wahlcomputer 2009 vom Bundesverfassungsgericht verboten.

Aus diesem Grund möchte ich an dieser Stelle meine erste Buchempfehlung aussprechen, passend zum Thema:

Ein König für Deutschland von Andreas Eschbach (Amazon)

Es ist jetzt was länger her das ich das Buch gelesen habe, aber ich erinner mich das es ein spannendes Buch mit ein paar richtig schönen Lachern war. Kurzusammenfassung: Ein paar Hacker finden ein Backdoor welches die Möglichkeit bietet die Wahlcomputer zu mainpullieren und wollen so aus Protest die Monarchie in Deutschland wieder einführen. Ein wirklich sehr lesenswertes Buch.

Egal wie, irgendwann in der weitereren Zukunft werden wir bestimmt auch einen Weg finden unsere Stimme elektronisch abzugeben, vieleicht mit einer Weiterentwicklung des Wahlverfahrens mit dem lustigen Namen Bingo-Voting

Bis es so weit ist möchte ich noch auf zwei Zitate hinweisen und freue mich eure Meinung zu dem Thema zu hören:

  • „Vertrauen ist gut, Kontrolle nicht möglich.“
    – CCC
  • „Wenn die Leute vom Chaos-Computer-Club gezeigt haben, wie sie einen Wahlcomputer in 60 Sekunden hacken können, dann zeige ich ihnen, dass ich eine Wahlurne mit Stimmzetteln in 30 Sekunden austauschen kann.“
    – Carl-Christian Dressel, stellv. Vors. des Wahlprüfungsausschusses des Bundestags

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